Digitale Lernumgebungen (smart factories)

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Lernen in digitalen Lernumgebungen

An den Berufsschulen wurden in einigen europäischen Ländern (z.B. Deutschland oder Litauen) sogenannte Smart Factories entwickelt und eingerichtet. Bei den Smart Factories handelt es sich um dezentrale Lehr-/Lernsituation durch die sich fortgeschrittene Berufsschüler*innen (3. Ausbildungsjahr) in einer modernen 4.0 Produktionsumgebung anhand eines Sets von Lern- und Arbeitsaufgaben sowohlunter handlungspraktischer als auch theoretischer Perspektive vertiefend ausbilden können. Damit soll das anwendungs- und handlungsorientierte Lernen bei der Gestaltung und Entwicklung komplexer Technologien und deren Anwendung an Aufgabenstellungen von Industrie 4.0, Wirtschaft 4.0 oder/und Arbeit 4.0 verstärkt und gezielt gefördert werden. Häufig werden diese Maßnahmen im Rahmen von Modellversuchen bzw. Förderprogrammen flankiert – insbesondere, um die erheblichen Investitionen in die systemtechnische Lernumgebung tragen zu können.
So zielen diese Projekte, die oft durch einen Verbund von Partnern aus Industrie und Schule gestützt wird, beispielsweise auf die Erarbeitung eines dauerhaft wirksamen schuleigenen Curriculums bzw. kursbezogenen Lernprogramms für ausgewählte duale Ausbildungsberufe wie z. B. Mechatroniker*innen, Industrieelektroniker*innen oder andere technikaffine Berufe. Mit den Ausbildungsbetrieben soll in neuer Art und Weise kooperiert werden, um neue Zusatzqualifikationen in ausgewählten technischen Berufen (z. B. Mechatroniker*in) zu vermitteln. Die Ergebnisse der schulinternen Curricula sollen nach Möglichkeit für andere berufsbildende Schulen transferierbar sein.

 

Zusatzqualifikationen (ZQ)

Um den Veränderungen bei den Qualifikationen der Facharbeiter*innen und den neuen Anforderungen von Digitalisierung und auch letztlich KI-Systemen besser gerecht zu werden, wurde von den Sozialpartnern (Industrie, Handwerk und die Gewerkschaften v.a. die IG Metall) mit Unterstützung staatlich ministerieller Stellen (BIBB, BMBF als auch BMWi) eine Veränderung der Curricula der betroffenen Berufe mit dem Konzept der Zusatzqualifikation (ZQ) vorgeschlagen. Dazu wurden im Sommer 2018 ein Umsetzungsleifaden und -hilfen entwickelt und diese dann in ausgewählten Bildungseinrichtungen, wie Berufsschulen, überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen und ausbildenden Unternehmen, in sogenannten smart factory Projekten umgesetzt.
Die ZQ sind standardisierte Kompetenzbündel die zusätzliche Fertigkeiten, Fähigkeiten und Kenntnisse zum Themenkomplex Industrie 4.0 und digitaler Produktion (inkl. KI, Robotik usw.) ausweisen und über die Mindeststandards der Ausbildungsordnungen in den industriellen Metall- und Elektroberufen hinausgehen. Die ZQs werden betrieblich vermittelt, in einer öffentlich-rechtlichen IHK Prüfung nachgewiesen und auch nach bestandener Prüfung von den betroffenen Kammern bescheinigt. Anders als in der dualen Ausbildung sind die Berufsschulen nicht zur Vermittlung von ZKs verpflichtet, sie können aber den Betrieben ebenfalls Unterstützung anbieten.

 

Ressourcen

  • TEXT: Künstliche Intelligenz in der Politik, den Prozessen und der Praxis der beruflichen Aus- und Weiterbildung

  • Annex: Smart Factories
  • Beschreibung: Das Smart Factory Konzept wird anhand von zwei Beispielen beschrieben.
  • Link: http://taccleai.eu/wp-content/uploads/2020/07/TaccleAI_FullReport_IO1.pdf
  • [ENG]

 

Smart Factory Projekt der BBS 2 Wolfsburg:

 

ZQ Konzept:

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